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Grunderwerbsteuer bei Treuhand: BFH stärkt Fiskus bei Gesellschafterwechsel

Grunderwerbsteuer bei Treuhand: BFH stärkt Fiskus bei Gesellschafterwechsel

Wer Antei­le an einer grund­be­sit­zen­den Per­so­nen­ge­sell­schaft über ein Treu­hand­ver­hält­nis erwirbt und spä­ter for­mell ins Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen wird, muss zwei­mal auf­pas­sen: Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat mit Urteil vom 25. März 2026 klar­ge­stellt, dass die spä­te­re zivil­recht­lich wirk­sa­me Über­tra­gung der Gesell­schafts­an­tei­le erneut Grund­er­werb­steu­er aus­lö­sen kann, selbst wenn wirt­schaft­lich bereits vor­her ein Treu­hand­ver­hält­nis bestand. Das Akten­zei­chen lau­tet II R 30/25, ver­öf­fent­licht am 2. Juli 2026.

Worum ging es in dem Fall?

Eine GmbH & Co. KG, deren Ver­mö­gen ein inlän­di­sches Grund­stück umfass­te, stand im Mit­tel­punkt des Rechts­streits. Die bis­he­ri­gen Kom­man­di­tis­ten ver­kauf­ten ihre Antei­le mit nota­ri­el­lem Ver­trag vom 19. Novem­ber 2013 an zwei Erwer­ber. Schon zu die­sem Zeit­punkt ver­ein­bar­ten die Par­tei­en, dass die Alt­ge­sell­schaf­ter ihre Antei­le rück­wir­kend zum 1. Janu­ar 2013 treu­hän­de­risch für die Käu­fer hal­ten soll­ten. Das Treu­hand­ver­hält­nis soll­te enden, sobald der Gesell­schaf­ter­wech­sel im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen war. Das geschah am 28. Febru­ar 2014, nach­dem der Kauf­preis hin­ter­legt wor­den war.

Das Finanz­amt sah in bei­den Vor­gän­gen steu­er­pflich­ti­ge Erwerbs­vor­gän­ge nach § 1 Abs. 2a Grund­er­werb­steu­er­ge­setz (GrEStG): ein­mal bei der Begrün­dung des Treu­hand­ver­hält­nis­ses und ein­mal beim for­mel­len Über­gang der Gesell­schafts­an­tei­le mit der Handelsregistereintragung.

Was entschied das Finanzgericht, was der BFH?

Das Säch­si­sche Finanz­ge­richt hat­te der KG zunächst recht gege­ben. Es argu­men­tier­te, die Grund­stü­cke sei­en zum Zeit­punkt der Han­dels­re­gis­ter­ein­tra­gung grund­er­werb­steu­er­lich der KG gar nicht mehr zuzu­rech­nen, weil sie durch das Treu­hand­ver­hält­nis bereits Gegen­stand eines Erwerbs­vor­gangs gewor­den seien.

Der BFH hob die­ses Urteil auf. Die Rich­ter beton­ten zwei wesent­li­che Punkte:

  • Zivil­recht­li­che Betrach­tung ent­schei­det: Bei der unmit­tel­ba­ren Ände­rung des Gesell­schaf­ter­be­stands kommt es allein dar­auf an, wann die Antei­le ding­lich, also zivil­recht­lich wirk­sam, auf neue Gesell­schaf­ter über­ge­hen. Wirt­schaft­li­che Gesichts­punk­te spie­len kei­ne Rol­le. Wer bis­lang nur Treu­ge­ber war, wird erst durch die Han­dels­re­gis­ter­ein­tra­gung erst­mals zivil­recht­li­cher Gesell­schaf­ter und gilt damit als neu­er Gesell­schaf­ter im Sin­ne des Gesetzes.
  • Grund­er­werb­steu­er­li­che Zurech­nung bleibt erhal­ten: Ein Grund­stück gehört einer Gesell­schaft grund­er­werb­steu­er­lich solan­ge, bis ein Drit­ter einen eige­nen Erwerbs­tat­be­stand nach § 1 Abs. 1 oder § 1 Abs. 2 GrEStG ver­wirk­licht. Eine Treu­hand­ver­ein­ba­rung, die sich nur auf Gesell­schafts­an­tei­le bezieht, ver­schafft dem Treu­ge­ber kei­ne grund­er­werb­steu­er­lich rele­van­te Ver­wer­tungs­be­fug­nis am Grund­stück selbst. Der Tat­be­stand des § 1 Abs. 2 GrEStG war des­halb nicht erfüllt.

Was bedeutet das in der Praxis?

Das Urteil hat erheb­li­che Bedeu­tung für alle, die Antei­le an grund­be­sit­zen­den Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten erwer­ben oder über­tra­gen. Wer glaubt, durch die Zwi­schen­schal­tung eines Treu­hand­ver­hält­nis­ses die spä­te­re for­mel­le Anteils­über­tra­gung grund­er­werb­steu­er­frei zu gestal­ten, sieht sich durch den BFH eines Bes­se­ren belehrt.

Kon­kret bedeu­tet das: Sowohl die Begrün­dung des Treu­hand­ver­hält­nis­ses als auch die spä­te­re ding­li­che Über­tra­gung der Antei­le kön­nen jeweils eige­ne Grund­er­werb­steu­er­pflich­ten aus­lö­sen. Eine Dop­pel­be­las­tung ist damit möglich.

Wer struk­tu­rier­te Anteils­über­tra­gun­gen plant, bei denen Grund­be­sitz im Gesell­schafts­ver­mö­gen steckt, soll­te die steu­er­li­chen Kon­se­quen­zen sorg­fäl­tig vor­ab prü­fen. In sol­chen Kon­stel­la­tio­nen emp­fiehlt sich die Bera­tung durch einen Steu­er­be­ra­ter oder Rechts­an­walt, bevor Ver­trags­struk­tu­ren fest­ge­legt werden.

Quel­le: Hau­fe: Steuer

Die­ser Bei­trag wur­de mit Unter­stüt­zung von KI erstellt und redak­tio­nell geprüft.

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