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Grunderwerbsteuer: Doppelte Steuerpflicht bei Treuhandgestaltungen an Grundstücksgesellschaften

BFH-Urteil: Treuhandgestaltungen bei Grundstücksgesellschaften können doppelt Grunderwerbsteuer auslösen.
Grunderwerbsteuer und doppelte Steuerpflicht

Grunderwerbsteuer: Doppelte Steuerpflicht bei Treuhandgestaltungen an Grundstücksgesellschaften

Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat mit Urteil vom 25. März 2026 (Az. II R 30/25) ent­schie­den, dass bei einer grund­be­sit­zen­den Per­so­nen­ge­sell­schaft sowohl die Begrün­dung eines Treu­hand­ver­hält­nis­ses über Gesell­schafts­an­tei­le als auch die spä­te­re Über­tra­gung der zivil­recht­li­chen Gesell­schaf­ter­stel­lung Grund­er­werb­steu­er aus­lö­sen kön­nen. Damit schei­ter­te eine GmbH & Co. KG mit dem Ver­such, eine der bei­den Steu­er­fest­set­zun­gen zu beseitigen.

Was war passiert?

Meh­re­re Kom­man­di­tis­ten einer grund­be­sit­zen­den GmbH & Co. KG ver­kauf­ten im Novem­ber 2013 ihre Antei­le für 15 Mil­lio­nen Euro an zwei Käu­fer. Noch bevor die neu­en Gesell­schaf­ter ins Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen wur­den, ver­ein­bar­ten die Par­tei­en, dass die bis­he­ri­gen Gesell­schaf­ter ihre Antei­le rück­wir­kend ab Janu­ar 2013 treu­hän­de­risch für die Käu­fer hal­ten soll­ten. Die eigent­li­che Ein­tra­gung der neu­en Kom­man­di­tis­ten ins Han­dels­re­gis­ter erfolg­te erst im Febru­ar 2014.

Das Finanz­amt besteu­er­te bei­de Vor­gän­ge: die Begrün­dung des Treu­hand­ver­hält­nis­ses im Jahr 2013 und den for­mel­len Gesell­schaf­ter­wech­sel durch die Han­dels­re­gis­ter­ein­tra­gung im Jahr 2014. Die Gesell­schaft wehr­te sich gegen die zwei­te Steu­er­fest­set­zung und bekam zunächst vor dem Säch­si­schen Finanz­ge­richt recht. Das Finanz­ge­richt war der Ansicht, das Grund­stück sei der Gesell­schaft zum Zeit­punkt des for­mel­len Gesell­schaf­ter­wech­sels grund­er­werb­steu­er­recht­lich nicht mehr zuzu­rech­nen gewesen.

BFH gibt dem Finanzamt recht

Der BFH hob die­ses Urteil auf. Das Gericht stell­te klar, dass für die Fra­ge, ob ein Gesell­schaf­ter ein neu­er Gesell­schaf­ter im Sin­ne des Grund­er­werb­steu­er­ge­set­zes (§ 1 Abs. 2a Satz 1 GrEStG) ist, aus­schließ­lich die zivil­recht­li­che Betrach­tung maß­geb­lich ist. Wirt­schaft­li­che Gesichts­punk­te spie­len dabei kei­ne Rolle.

Mit der Ein­tra­gung ins Han­dels­re­gis­ter wur­den A und B erst­mals zivil­recht­lich Gesell­schaf­ter der Per­so­nen­ge­sell­schaft. Der Umstand, dass sie über den Treu­hand­ver­trag wirt­schaft­lich bereits vor­her an der Gesell­schaft betei­ligt waren, ändert dar­an nichts. Der BFH beton­te: Wer bis­lang nur schuld­recht­lich über eine Treu­hand­ab­re­de an einer Per­so­nen­ge­sell­schaft betei­ligt war, gilt bei der unmit­tel­ba­ren Gesell­schaf­ter­stel­lung als neu­er Gesell­schaf­ter, auch wenn er vor­her schon wirt­schaft­li­cher Berech­tig­ter war.

Eben­so wenig half der Ein­wand, bei der gesam­ten Gestal­tung han­de­le es sich um einen ein­heit­li­chen Vor­gang. Für die Steu­er­bar­keit nach § 1 Abs. 2a GrEStG kommt es auf den ding­li­chen Über­gang der Gesell­schafts­an­tei­le an, also auf den zivil­recht­lich wirk­sa­men Über­gang, der hier erst mit der Han­dels­re­gis­ter­ein­tra­gung ein­ge­tre­ten ist.

Auch keine Steuerbefreiung

Die Gesell­schaft berief sich hilfs­wei­se auf Steu­er­be­frei­ungs­vor­schrif­ten des Grund­er­werb­steu­er­ge­set­zes (§ 6 Abs. 3 i.V.m. Abs. 1 sowie § 3 Nr. 8 GrEStG). Auch damit hat­te sie kei­nen Erfolg. Der BFH ver­nein­te die Vor­aus­set­zun­gen bei­der Befreiungen.

Was bedeutet das für die Praxis?

Das Urteil hat erheb­li­che Bedeu­tung für alle, die Antei­le an grund­be­sit­zen­den Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten erwer­ben wol­len und dabei Treu­hand­ge­stal­tun­gen ein­set­zen. Sowohl die Begrün­dung eines Treu­hand­ver­hält­nis­ses über Gesell­schafts­an­tei­le als auch die anschlie­ßen­de for­mel­le Über­tra­gung der Gesell­schaf­ter­stel­lung kön­nen jeweils als eigen­stän­di­ger grund­er­werb­steu­er­pflich­ti­ger Vor­gang gewer­tet wer­den. Eine dop­pel­te Grund­er­werb­steu­er lässt sich bei sol­chen Gestal­tun­gen nach die­ser Ent­schei­dung nicht ohne Wei­te­res vermeiden.

Wer Umstruk­tu­rie­run­gen oder Anteils­käu­fe an grund­be­sit­zen­den Gesell­schaf­ten plant, soll­te die steu­er­li­chen Fol­gen im Vor­feld sorg­fäl­tig prü­fen las­sen. Im Ein­zel­fall emp­fiehlt sich die Bera­tung durch eine Kanz­lei für Steuerrecht.

Quel­le: BFH-Ent­schei­dun­gen

Die­ser Bei­trag wur­de mit Unter­stüt­zung von KI erstellt und redak­tio­nell geprüft.

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